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Horst-Story

I. History

Willkommen bei „Zum Horst“. Gegründet von Musikanten aus dem Sieger- und Sauerland haben wir als Musikcombo auf jeden Fall unseren Beitrag zur Völkerverständigung geleistet.

Gegründet wurde die Rockband „Zum Horst“ im Jahre 1993 mit dem Wunsch, sich in dieser unsicheren Kiste aus Drogen, Alkohol und leichten Mädchen einen Namen zu machen (was sich übrigens im Laufe der Jahre als große Lüge entpuppte).

Im März 1994 gaben wir unser erstes Konzert anlässlich eines 30igsten Geburtstags in dem kleinen Ort Grund bei Hilchenbach im Siegerland, damals noch unter dem Bandnamen „Desaster Area“, der aus dem Buch „Das Restaurant am Ende Universums“ von dem englischen Fantasyautor Douglas Adams geklaut war. In besagtem Roman galt „Desaster Area“ als die lauteste Band des Universums. Erst Jahre später erfuhren wir, dass sich jede dritte Informatiker-Combo mit diesem orginellen Namen schmückte.
Dieser besagte Auftritt (als Katastrophe nur noch mit dem großen Erdbeben von Mexico City zu vergleichen) machte uns schnell klar, dass einer Band mit einem solchen Namen nicht automatisch das ganze Weltall zu Füßen lag. Es mussten sich zwei entscheidende Dinge ändern :

1. Ein neuer Name musste her .
2. Wir könnten ja auch mal üben .

Also machten wir uns wieder daran, in unserem kleinen beschaulichen Proberaum im sauerländischen Würdinghausen an einem neuen Programm zu feilen. Während dieser Zeit stellte sich heraus, dass der persönlichen Maßstab an unsere Musik wohl nicht bei allen Musikern derselbe war – anders ist es wohl nicht zu erklären, dass unsere damalige Sängerin feststellte, dass man sich mit uns doch nur zum Horst machen könne. Womit sie zwar nicht recht hatte, aber der Bandname war gefunden. Mit einem solchen Namen konnte man sich nun sorglos daran machen, die Musikwelt zu erobern.

Foto Hans Peter Kehrle www.fotogeist.com

Unser erstes Konzert als „Zum Horst“ war am 27.8.‘94 auf der nicht nur im Sauerland bekannten „Lamecke- Fete“. Dieser Gig bestärkte uns in der Meinung, dass ein Festival nur dann ein richtiges Festival ist (Woodstock, Lamecke etc.), wenn das Publikum vom Wetter in Schwimmer und Nichtschwimmer eingeteilt wird – und die Nichtschwimmer leider zu Hause bleiben müssen. Um es kurz zu sagen: es regnete so dermaßen, dass die Tiere auf den benachbarten Weiden sich nach vorbei schwimmenden Archen umschauten. Trotz dieser äußeren Umstände – der Auftritt hatte was. Nicht dass wir neue musikalische Akzente setzten (ja irgendwie schon) — aber die Leute gingen so gut zu unserer Musik ab, dass man durchaus an Weitermachen denken konnte. Vielleicht wollten aber auch alle nur ins trockene Zelt?

II. Ausrichtung

2001 wurde zu einem richtungsweisenden Jahr für die Hörste: Im Vorjahr hatte unsere Sängerin Moni das Mikro aus der Hand gelegt. Auf der Halloween-Party der Red Sox Allenbach wurde ein auf den Verein umgetexteter Song einer australischen Hartwurstkapelle mit Hilfe eines aktiven Kickers der Red Sox aufgeführt – und das so vehement und überzeugend, dass der Gute noch am gleichen Abend vom Fleck weg als neuer Shouter verpflichtet wurde.

Fortan waren die Weichen gestellt: Die „Five Horstmen“ waren zusammen – mit Betonung auf „men“. Frauenquote: Null. Seither können im Übungsraum endlich mal deftige Zoten zum Besten gegeben werden, ohne dass gleich die Frauenbeauftragte auftaucht – und „Like the way I do“ oder „Simply the best“ muss nicht zwangsläufig ins Programm…

Ausserdem hat die Band ab da verschärft ihr Faible für Songs der Rockschiene und vor allem des Zeitraums 70er/80er Jahre entwickelt. Warum sollte man auch was anderes im Proberaum spielen als das, was man auch zu Hause am liebsten hört…Seither ist der Classic-Rock unsere musikalische Heimat – mit Betonung auf Rock. Die Charts können uns gestohlen bleiben.

III. Personal

In Würdinghausen im Sauerland lebt der Fischer´s Stefan. Der kannte den Martin um zig Ecken. Die beiden kamen in Fischer´s Keller zusammen, der Schädie stieß dazu, weil er den Martin kannte, der Holger, weil er beide kannte…

So ungefähr ist die personelle Entwicklung gelaufen. Auf einigen Positionen gab es über die Jahre Wechsel – aber immer so, dass die Neuen sehr gut zum Horst´schen Haufen passten. Die wichtigsten Veränderungen fanden an Bass (Stefan->Udo->Micha) und Vocals (Moni->Schniedi->Maze) statt.

Hörste-Gründungsvater Stefan Fischer musste 2004 den aktiven Dienst quitieren – der Arzt hatte ihm das Bass-Spielen verboten. Das jahrelange Tourleben ging an den Hörsten aber eh nicht spurlos vorbei. Alle 5 Monate ein Auftritt ist halt nichts für Muttis Lieblinge. Solchen Tourneestress halten eben nur die Allerhärtesten aus, und so gingen neben Stefan im Laufe der Jahre schon einige von uns:

Boris Wald von`93-bis´94 (Schlagzeug); Sonja Wenning von `93 bis`95 (Gesang, Saxophon); Stephan Berghoff von `94 bis 11.6.`99 (Schlagzeug); Kricky vom12.6.´99 bis 12.6.`99 (Schlagzeug) – nur ein Konzert, aber: Danke; Moni Schweinsberg von`93 bis 2000 (Gesang, Querflöte, Band-Namen); Julia Bröcher von`93 bis 2000(Keyboard, Rechtsbeistand); Stefan Fischer von `93 bis `04 (Bass) – seither Ehren-Horst; Udo Burmeister (Bass) 04-07; Jörg „Schniedie“ Schneider 01-19 (Vocals, f***ing trumpet); Micha Böcher 06 -07 (Keys);

IV. Konzerte

Über die lange Zeit haben die Hörste haufenweise Konzerte gespielt. Es ist immer wieder schön, die Rückmeldung der Fans zu bekommen, dass die musikalische Richtung nicht so ganz falsch ist…

Highlights waren aus unserer Sicht Konzerte in der OT-Grevenbrück, in der Bahnhofskneipe Altenhundem (sogar zur Abschiedsparty durften wir ran), die legendäre Lamecke-Fete, Rocknacht Allendorf (mehrmals), Rumpelkammer, Pub Ferndorf, Wetzlar Live, Sommerfeste von unseren Freunden bei den „Rocks“, das „Run to the hillz“ – Festival am Flughafen Schameder – und vor allem und immer wieder: BLB Live !!!

V. Sonstiges

2004 gab´s einen Bandausflug nach Heide incl. Auftritt und Übernachtung im 5-Bett-Zimmer in der Jugendherberge. So was schweißt zusammen. Dass die Kneipe, in der wir aufgetreten sind, eine Woche später geschlossen war, hatte nun wirklich nichts mit uns zu tun…

2006 gab´s endlich einen den Band-Abitionen entsprechenden Proberaum, der mit der Band „Redhair Mountain Devils“ gemeinsam genutzt wurde. Die Zweckgemeinschaft hat bis zum Ende der Devils gehalten, und es gab so manche denkwürdige gemeinsame Veranstaltung – wie z. B. die Weihnachtsfeiern, gemeinsame Konzerte, Musikertausch-Aktionen etc.

2008 – 15 Jahre Hörste!!! Dies wurde auf zahlreichen Gigs kräftig gefeiert. Highlight war sicherlich die Allendorfer Rocknacht (nicht nur wegen der bestens organisierten An- und Abreise per Taxibus) und das als kleines Woodstock bekannte „Rock am Hang“…

2010 wäre es mit den Hörsten fast vorbei gewesen: auf Grund eines technischen Defektes brannte der gemeinsam mit den Redhair Mountain Devils genutzte Übungsraum ab. Dank des tatkräftigen Einsatzes der Feuerwehr konnte aber das komplette Band-Equipment vor den Flammen gerettet werden. Ein neues Domizil fand sich auch unweit der Brandstelle, so dass schnell wieder musiziert werden konnte. Lediglich ein dezenter Brandgeruch aus den Transportkoffern erinnert noch an die Feuer-Nacht…

2011 war das Jahr des Lernens. Wir haben gelernt: Internet ist Scheisse !!! Ein kleines Nikolausbildchen – zugestellt per Mail mittels einer sogenannten Greeting-Card von irgendwem. Im Jahr 2007. Wurde von uns für gut und lustig befunden und über die Weihnachtstage als Weihnachtsgruß eingestellt. Klar – unsere Schuld: Man kann nicht einfach etwas von anderen ohne deren Einverständnis verwenden. War uns aber im Zusammenhang mit der Greeting-Card irgendwie nicht bewusst. Verschwand nach 10 Tagen im Archiv. Haben wir gedacht…Ende 2010 meldete sich auf einmal ein Anwalt bei den Hörsten und bezichtigte uns der Urheberrechtsverletzung. Und plötzlich wurden wir Hörste auf eine Stufe mit Brings gestellt. Die hatten von dem Bild seinerzeit offiziell nach Anfrage beim Künstler Plakate für eine Weihnachtskonzert drucken lassen und an den Künstler pro Plakat 100 € bezahlt. Leider haben wir nicht so hohe Einnahmen wie Brings. War Anwalt und Gericht aber egal – wir wurden gerichtlich verdonnert, an den Künstler weit über 3.000 € zu zahlen. Für ein kleines Bildchen, was 10 Tage auf der millionenfach angeklickten Hörste-Seite zu sehen war… .Nun kann man sich fragen, wieso irgendein Anwalt auf der Seite der Hörste im Archiv ein kleines Bildchen entdeckt, was dort seit 2007 schlummert. Tja, die Frage haben wir uns auch gestellt. Vielleicht gibt´s in solchen Bildchen irgendwelche Codes, die sich zu jeder Zeit wiederfinden lassen. Vielleicht verdienen Künstler mit solchen „Kunstverkäufen“ ja auch mehr als mit regulärem Handel. Auf jeden Fall verdienen die Anwälte mehr – die gleichen, die dich anklagen, bieten Dir auch ihre Hilfe bei solchen Anklagen an. Natürlich gegen Geld, versteht sich. Und die gehen durch alle Instanzen, weil irgendeiner zahlt ja: entweder der „Täter“ oder der Künstler, der die Anwälte beauftragt hat. Auch wenn das die Hörste fast in den Ruin getrieben hätte: Wir haben uns nicht unterkriegen lassen. Lasst Euch das aber eine Warnung sein und achtet auf das, was ihr im Netz macht.

2018 wurde 25jähriges Bandjubiläum gefeiert. Höhepunkt der Jubliläums-Feierlichkeiten Gig im rappelvollen Pub in Ferndorf. Der wurde aber 2018 tatsächlich getoppt vom Auftritt bei Wetzlar Live am 02.08. vor knapp 2.000 begeisterten Musikfans…

2020 hat das Zeug, als absolutes Scheixx-Jahr (nicht nur in unsere) Bandannalen einzugehen. Ein kleiner Kneipengig steht bisher zu Buche; alles andere wegen der Pandemie abgesagt. Wir haben uns intensiv mit unserem Akustik-Set beschäftigt und dies auch schon Live ausprobiert.

Wir hoffen, dass die Veranstalter, Anlagenfirmen und Tontechniker nicht aufgeben müssen und wir uns nach der Pandemie bald wieder zu Konzerten treffen können. Wir proben fleißig und freuen uns drauf, wenn es wieder auf die Bretter geht…

See you on Tour…

Foto Hans Peter Kehrle www.fotogeist.com
© Zum Horst